Für die etwa 840 Läuferinnen und Läufer, die sich auf die Zehn-Kilometer-Strecke begaben, jedoch ideale Voraussetzungen. „Das ist heute bestes Laufwetter“, war allenthalben zu hören. Dennoch stand das Warmmachen vor dem Startschuss durch Oberbürgermeister Elkemann, der als Schirmherr sich auch gleich mit unter die Läuferschar mischte, ganz oben an.

Denn als sich das Feld in Bewegung setzte, zeigte das Thermometer gerade mal sechs Grad an. Sicherlich mit ein Grund, warum sich bereits nach einigen Minuten ein Spitzentrio gebildet hatte. „Die wollen wohl schnell ins Ziel kommen“, war von der Fangemeinde zu hören. Nach etwas mehr als 33 Minuten überquerte Marc-Pascal Ehlen von der TSG 1949 Deidesheim und Tobias Balthesen (TSG 78 Heidelberg) – sein Rückstand auf den Sieger rund zwölf Sekunden – den Zielstrich im Stadion. „Beste Bedingungen“, meinten beide, noch leicht außer Atem. „Tolle Strecke und das Wetter hat prima mitgespielt“, so die erste Stellungnahme. Inzwischen war auch Yosief Weldegeriel von der veranstaltenden TSG Wiesloch als Dritter angekommen. Somit hat die bereits vor vielen Jahren von der Wieslocher Langlaufikone Engelbert Franz aufgestellte Bestzeit noch immer Bestand. „Ich kann mich kaum noch an meine Zeit erinnern“, gab Franz bereits im Vorfeld des Stadtlaufs zu. Wie in den Vorjahren hatte er wieder einmal die sportliche Leitung übernommen und mit seinem Team für einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung gesorgt. Nach dem Lauf für die „Großen“ hatten mehr als 430 Kinder bei den Bambini-Läufen Gelegenheit, sich unter lautstarken Anfeuerungs-rufen der Eltern und Freunden auf unterschiedlich lange Strecken, von 300 über 600 bis hin zu 900 Metern, im Stadion zu begeben.

OB Elkemann zeigte sich nicht nur bei der Siegerehrung über die „tolle Organisation“ zufrieden, er war es auch mit der eigenen Leistung. 39 Minuten und ein paar Sekunden war er unterwegs, eine deutliche Verbesserung gegenüber seiner Stadtlauf-Premiere im Vorjahr. Mit dabei auf der Strecke auch seine Frau Manuela und Sohn Max, der später bei den Bambiniläufen antrat.

Schnellste Frau im Feld war in diesem Jahr Birgit Winkler von der TSG Wiesloch, die nach ihrem zweiten Platz im Vorjahr diesmal ganz oben auf dem Podest stand. Ihre Siegerzeit: 40 Minuten und 51 Sekunden. Die älteste Teilnehmerin war Erika Krüger vom TSV Reichenbach. Die 82jährige, mit viel Beifall bedacht, überquerte nach einer Stunde und knapp 18 Minuten den Zielstrich im Stadion. Bei den Herren war es Erwin Hube vom TV Schwetzingen, der in der höchsten Altersklasse mit seinen 78 Jahren eine sensationelle Zeit von knapp unter 50 Minuten lief und damit in dieser Kategorie den ersten Platz belegte. Bei den Bambinis war über 300 Meter Emma Knobloch vom TSV 05 Rot erfolgreich, die 600 Meter bewältige Jonas Liebing (TV Dielheim) am schnellsten und nach 900 Metern war Florentine Kramer (TV 05 Rot) als Erste am Ziel. Traurig war allerdings der achtjährige Phileas. Er lief in der Gruppe der unter 16jährigen mit und erreichte „nur“ einen vierten Platz, knapp fünf Sekunden hinter dem Drittplatzierten.

Viele Gruppen hatten sich eingefunden, um gemeinsam die sportliche Herausforderung anzunehmen. Ganz vorne mit dabei die Merianschule mit 161 Kindern, dicht gefolgt von der Schillerschule. Auch PhysioMedHecker war unter anderenm mit etwa 40 Läuferinnen und Läufern vertreten, ebenso ein Team vom PZN. Angefeuert wurde am Streckenrand von der großen Fangemeinde. Später wurde dann in der Stadionhalle gemeinsam gefeiert. „Wir haben diesmal wegen der zu erwartenden Kälte und aus organisatorischen Gründen alles in die Halle verlegt“, informierte der TSG-Vorsitzende Manfred Walter. 115 Helferinnen und Helfer der TSG Wiesloch waren mit dabei und sorgten dafür, dass alles wie am Schnürchen klappte. Mit dabei unter anderem auch ein Team des Stadtteilvereins Altwiesloch, einige junge Mädchen von der Einrad-abteilung der TSG Wiesloch. Das Besondere: die sieben- bis 13jährigen kommen aus dem Irak. Vermittelt wurden sie an die TSG über das Netzwerk Asyl und so konnten sie erste Erfahrungen bei einer sportlichen Großver-anstaltung sammeln, einige liefen gar später bei den Bambiniläufen mit.

Bei der Siegerehrung lobte OB Dirk Elkemann die hervorragende Organisation seitens der TSG. „Es ist toll, hier in einer vollen Halle zu stehen und die Sieger zu küren“, meinte er. Manfred Walter dankte allen Sponsoren, insbesondere der Bäckerei Rutz und der Sparkasse Heidelberg. Für das kommende Jahr werden Überlegungen angestellt, zumindest einen Teil der Strecke direkt durch die Stadt zu führen.