Am Samstag empfingen die 1.Herren zu ihrem letzten Spieltag in der Landesliga mit dem VC Hoffenheim und der SG Hohensachsen die selben Teams wie in der vergangen Saison. War vor einem Jahr der Nichtabstieg schon besiegelt, benötigten diesmal noch alle 3 Mannschaften Punkte um sicher in der Liga zu bleiben. Für die TSG Wiesloch war klar, dass nur 5 Punkte die Rettung bringen würden.

Das erste Spiel gegen den VC Hoffenheim startete ganz anders als geplant. Saft- und kraftlos ließ man sich von den groß gewachsenen Hoffenheimern den Schneid abkaufen. Kaum ein Angriff fand das Ziel, während der Block kein Mittel gegen die variablen Angriffe des Gegners fand. Satz 1 ging mehr als deutlich mit 18:25 verloren. Als sich auch im zweiten Satz keine Besserung einstellte, stand man nach einem 21:25 schon komplett mit dem Rücken zur Wand. Die Hoffnungen schwanden im dritten Satz immer mehr, weil man einfach keine Mittel fand die eigene Fehlerquote zu senken, und beim Stand von 18:24 war eigentlich der Abstieg besiegelt. Andre Adam ging zum Aufschlag und plötzlich drehte sich das Spiel. Punkt für Punkt kämpfte sich die Mannschaft heran und erreichte tatsächlich noch den Ausgleich zum 24:24. Danach entwickelte sich ein Nervenspiel mit einigen Unterbrechungen wegen Unklarheiten beim Schiedsgericht. Den Wieslochern gelang es aber die Konzentraton zu halten und unglaublicher Weise verbuchte man den Satz mit 30:28 für sich. Sollte die Mannschaft wirklich noch einmal zurückkommen und die Entscheidung über den Verbleib in der Landesliga auf das letzte Saisonspiel verschieben? Auch der nächste Satz sollte beide Mannschaften, die Schiedsrichter und das Publikum an die nervlichen Grenzen bringen. Wieder gab es mehrere Matchbälle für die Hoffenheimer und jeder Punkt war hart umkämpft, aber erneut ging der Satz mit 31:29 an Wiesloch. Zwar passte nicht alles, aber immerhin war jedem Spieler jetzt der Wille anzumerken dieses Spiel zugewinnen. Im Tie-Break war der Bann gebrochen und die Gäste konnten nicht mehr dagegen halten. Schnell war ein Vorsprung erspielt, den man ungewohnt sicher über die Runde bringen konnte. Der Jubel war groß nach dem 15:9 und dem 3:2 Sieg. Zu diesem Zeitpunkt war zumindest schon einmal das Tagesziel erreicht sich die Hoffenheimer Siegesgesänge des Vorjahres zu ersparen. Sollte man nun noch einen 3:0 oder 3:1 Sieg gegen Hohensachsen einfahren können, wäre eine ähnliche Rettung wie in der Saison 2006/07 geschafft.

Das entscheidende Spiel startete merkwürdig verhalten. Durch den Ausgang der Auftaktpartie war die SG Hohensachsen nun selbst abstiegsgefährdet. Beide Mannschaften tasteten sich vorsichtig ab und produzierten viele unbedrängte Eigenfehler. Erst zum Satzende hin stabilisierten sich die Wieslocher und holten sich den Satz mit 25:23. Wer erwartet hatte das man nun den Schwung mitnehmen würde und getragen von der Euphorie das Spiel durchziehen würde, sah sich leider getäuscht. Wieder war es ein stetes Hin und Her, bis sich dann zur Satzmitte die Gäste absetzten. Gegen das relativ leicht durchschaubare Angriffsspiel fand erneut der Block keine Mittel und auch in der Feldabwehr zeigte man zu wenig Biss. Der verdiente Satzverlust mit 19:25 verschärfte die Situation für die TSG wieder. Keinen Satz durfte man mehr abgeben, um die Überraschung zu schaffen. Hatte diese Lage gegen die Hoffenheimer noch zu Höchstleistungen geführt, schien jetzt der Akku alle zu sein. Wieder spielte man nur mit, hatte bis zum 20:20 aber noch die Chance im Spiel zu bleiben. Doch es folgte eine Reihe von Eigenfehlern und dann war es besiegelt: Der Satz ging mit 22:25 an die SGH und damit war das rettende Ufer für die Wieslocher nicht mehr zu erreichen. Positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass man das Spiel dann nicht herschenkte, sondern sich den 4.Satz noch mit 26:24 holen konnte und im Tie-Break denkbar knapp mit 15:17 unterlag.

Durch 2 Siege des HTV III in den Parallelspielen rutschen die Wieslocher mit 15 Punkten sogar noch auf den letzten Platz der Tabelle, was wohl jegliche Hoffnung auf einen Verbleib in der Liga zunichte macht.

Bemerkenswert über den gesamten Verlauf der Landesligasaison ist der bedauerliche Umstand, wie stark Schiedsrichter Spiele entscheiden. Gilt für andere Sportarten und zum Glück mittlerweile auch für höhere Volleyballliegen zur Steigerung der Spielattraktivität die Regel, das Spieler Spiele entscheiden sollen und nicht Schiedsrichter, sind die angesetzten technischen Qualitätsmasstäbe willkürlich und führen zu einer unsinnig erhöhten Quote an abgebrochenen Ballwechseln. Selbst wenn sich das gleichsam auf beide Seiten des Netzes verteilt, wie das an diesem Spieltag der Fall war, kann das nicht im Sinn des Volleyballs sein.

Ambitioniert in die Saison gestartet mit personeller Verstärkung fällt das Fazit natürlich enttäuschend aus. In zu vielen Spielen ließ man es nach gewonnenem ersten Satz an Konzentration und Siegeswillen mangeln und konnte die im Training geübten taktische und technischen Elemente nicht umsetzen. Hinzu kamen gesundheitliche und berufliche Ausfälle, die nie zu einer stabilen Mannschaftsaufstellung führten. Letztlich entscheidend war aber die Tatsache, dass kein einziger Spieler an seine Leistung der Vorsaison anknüpfen konnte, wofür jeder selbst seine Gründe finden muss.